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Wissen aus Fauna – Agaporniden

Die Unzertrennlichen (Agapornis) sind eine Gattung von kleinen afrikanischen Papageien. Ihr Name rührt von ihrer sehr starken Paarbindung her, die normalerweise ein Leben lang andauert. Ihr extremes Paarverhalten (Kuscheln, Pflegen usw.) hat ihnen auch den Namen „Liebesvögel“ eingebracht.

Agaporniden21. Lebensraum
2. Zuchtformen
3. Alter und Größe
4. Haltung

1. Lebensraum

Agaporniden kommen wild im tropischen Afrika vor. Sie zählen gemeinsam mit den Langflügelpapageien und den auf Madagaskar endemisch vorkommenden Vasapapageien zu den typischen Papageienvertretern der Afrotropis. Sie fehlen aber weitgehend in den trockenen Gebieten der Sahelzone und der Kalahari ebenso wie im Großteil der Republik Südafrika.

2. Aussehen

Agaporniden3Das Gefieder ist überwiegend grün oder gelbgrün. Bei allen Arten außer dem Grünköpfchen sind der Kopf und oft auch die Brust auffällig farbig. Diese Färbung gibt den meisten Arten den Namen. Das Grünköpfchen weist dafür einen schwarzen Nackenring auf. Bei einigen Arten sind Oberschwanzdecken und Bürzel blau.

Einige der Arten (Ruß-, Erdbeer-, Pfirsich- und Schwarzköpfchen) haben einen auffälligen weißen Augenring. Bei diesen Arten gibt es kaum geschlechtsspezifische Unterschiede (wie auch beim Rosen- und Grünköpfchen), bei den anderen Arten ist die optische Geschlechtsbestimmung möglich.

Die Vögel sind zwischen 13 und 18 cm lang und etwa 50 g schwer.

3. Fortpflanzung

Agaporniden bilden monogame Paare. Diese benutzen gemeinsam eine Schlafhöhle, pflegen sich gegenseitig das Kopfgefieder und füttern sich. Die Paarbindung bleibt meistens bis zum Tod eines Partners aufrecht. Stirbt ein Partner, sucht sich der Überlebende sofort einen neuen Partner. Bei Weibchenüberschuss in einer Population kann es vorkommen, dass zwei Weibchen sich vorübergehend ein Männchen teilen, wenn sie dabei auch verschiedene Bruthöhlen zur Aufzucht des Nachwuchses benutzen.

Agaporniden1Bei Männchenüberschuss in einer Population bleiben einige Männchen zunächst alleine und gehen erst eine Paarung ein, wenn ein anderes, verpaartes Männchen verstorben ist. Während der Aufzucht der Jungen füttert das Weibchen die Nestlinge nach dem Schlüpfen zunächst sechs Wochen lang. Dabei wird es vom Männchen mit Futter versorgt.

Nachdem die Jungen das Nest verlassen haben, füttert das Männchen sie zwei weitere Wochen. Das Weibchen kann direkt nach dem Verlassen der Jungen bereits eine neue Brut beginnen.

4. Arten

Grauköpfchen (A. canus)
Grauköpfchen sind als einzige Art nicht auf dem afrikanischen Festland, sondern auf Madagaskar und seinen umliegenden Inseln zu Hause. Sie nisten in Baumhöhlen im Zeitraum von November bis April. Pro Jahr werden pro Elternpaar nur 2 – 3 Junge großgezogen.

Orangeköpfchen (A. pullarius)
Orangeköpfchen finden sich als weitverbreiteste Art im gesamten Zentralafrika in dicht bewachsenen und offenen Savannen. Brutzeit ist in der Regel im Mai, gebrütet wird in Termitenbauten.

Tarantapapagei oder Bergpapagei (A. taranta)
Bergpapageien leben im Hochland Äthiopiens in offenen Waldgebieten. Die Vögel übernachten ganzjährig in Baumhöhlen (Spechthöhlen) und beginnen im Oktober mit dem Bau ihrer Nester. Erwachsene Männchen und Weibchen lassen sich anhand ihrer Gefiederfarbe unterscheiden.

Grünköpfchen (A. swindernianus)
Grünköpfchen bewohnen Waldgebiete in West- und Zentralafrika.

Rosenköpfchen (A. roseicollis)
Rosenköpfchen bewohnen die Westküste Südafrikas (Angola, Namibia, Botswana) in offenen, trockenen und bergigen Buschregionen bis hin zu 1600 m Höhe. In ihrer Heimat brüten sie im Februar und März. Sie gelten als Koloniebrüter. Sie nisten in Felsnischen oder Gebäudeaussparungen, häufig auch in den Gemeinschaftsnestern von Webervögeln oder in Termitenhügeln. Als Nistmaterial verwenden die Tiere kleine Zweige und Rindenstücke, die vom Weibchen im Bürzelgefieder ins Nest getragen werden.

Pfirsichköpfchen (A. fischeri)
Pfirsichköpfchen besitzen ein ähnliches Verbreitungsgebiet wie die Schwarzköpfchen (Nordwest-Tansania, Ruanda, Burundi). Auch ihre Brutgewohnheiten decken sich im großen und ganzen mit denen der Schwarzköpfchen, sie benutzen aber auch gelegentlich wie die Rosenköpfchen Nester von Webervögeln.

Schwarzköpfchen (A. personatus)
Schwarzköpfchen leben in Zentral- und Nordosttansania im kargen Savannenland. Sie nisten von März bis August in Baumhöhlen, Gebäudenischen, evtl. in Schwalbennestern. Schwarzköpfchen sind ausgesprochene Koloniebrüter; das Nistmaterial wird, wie bei allen Augenring-Agaporniden, vom Weibchen im Schnabel ins Nest befördert.

Erdbeerköpfchen (A. lilianae)
Erdbeerköpfchen finden sich im Süden Tansanias, in Mozambique und in Sambia in Buschgebieten; ihr Vorkommen scheint stark an das Vorhandensein von Wasser gebunden zu sein (große Flüsse). Ihre Brutzeit ist im Januar und Februar in hohlen Bäumen, eventuell in Webernestern.

Rußköpfchen (A. nigrigenis)
Rußköpfchen haben ihr Verbreitungsgebiet in Namibia, Sambia, Zimbabwe und Botswana. Ihre Brutgewohnheiten entsprechen denen der anderen Augenring-Unzertrennlichen.