12% Neukundenrabatt mit dem Gutscheincode neukunde
Ab 29€ Versandkostenfrei

Wissen aus Fauna – Die Rennmaus

Wenn von Rennmäusen die Rede ist, dann meint man genau genommen die Mongolische Rennmaus (Meriones unguicuiatus). Woher der Name „Rennmaus“ kommt, kann jeder erahnen, der die keinen Flitzer schon beobachtet hat.

Meriones“ ist die Bezeichnung für einen griechischen Kriegsgott, und „unguiculatus“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „mit Krallen“. Wann immer es gilt, das Revier oder den eigenen Rang im Clan zu verteidigen, dann zeigen die possierlichen Kerlchen ihren durchaus kämpferischen Charakter.

1. Körpermerkmale
2. Herkunft und Lebensraum
3. Sozialverhalten und Lebensweise

1. Körpermerkmale

Kleinere Rennmausarten wie die Eigentlichen Rennmäuse kommen mit einem Gewicht von 8 bis 11 Gramm auf eine Körperlänge von 6,2 bis 7,5 Zentimeter und eine Schwanzlänge von 7,2 bis 9,5 Zentimeter.

Rennmäuse haben hochempfindliche Ohren. Sie hören Schallfrequenzen von 200 bis über 32 000 Hertz. Gerade Jungtiere fiepen mit Ultraschalltönen nach ihrer Mutter. Wie beim Menschen verändert sich mit dem Alter das Hörvermögen. Bei Gefahr trommeln Rennmäuse mit den Hinterläufen. Diese Schallwellen erreichen die Tiere untereinander und über einige Entfernung hinweg.

Das weiche Fell der Rennmäuse verleiht ihnen ein mäuseähnliches Aussehen. Das der Oberseite ist meist hellgelb, hellbraun oder gräulich, das der Unterseite weiß oder cremefarben. Diese Färbung verringert zum einen die Gefahr gefressen zu werden, da sie der Farbe des Bodens entspricht, auf der die Tiere leben. Sogar innerhalb einer Art passen sich regionale Populationen der jeweiligen Farbe des Untergrundes an.

So sind Tiere auf dunklen Böden dunkelbraun, solche auf roten Böden besitzen ein rötliches Fell. Zum anderen reflektiert die helle Unterseite besser die Hitze des Untergrundes. Auch die behaarten Fußsohlen ermöglichen ihnen das Laufen auf heißen Böden.
Der Schwanz dient den Rennmäusen als Gleichgewichtshilfe bei der Bewegung und sie können damit Sand über den Eingang ihres Baues fegen, um diesen zu verbergen. Er dient außerdem als Schutz vor Fressfeinden.

2. Herkunft und Lebensraum

Für die Mongolische Rennmaus ist auch der Name Mongolische Wüstenrennmaus gebräuchlich. Er ist allerdings irreführend, da diese Tiere keine Wüsten- sondern Steppentiere. Die Bezeichnung leitet sich von ihrem Verbreitungsgebiet, nördlich und östlich der Wüste Gobi ab. Dort kommen sie in der südlichen Mongolei am Rande des Altaigebirges vor, bis hinein in den Nordosten Chinas.

Diesem kontinentalen Klima, welches im Sommer trocken und sehr heiß und im Winter trocken und frostig ist, sind die Mongolische Rennmäuse gleichermaßen gut angepasst. Sie können beim Abbau von Fett aus der Nahrung Wasser gewinnen und wärmen sich selbst im gefrorenen Boden in einem gepolsterten Nest gegenseitig. Die behaarten Sohlen ihrer Hinterbeine schützen vor Hitze ebenso wie vor Kälte.

In der Steppe findet sich vorwiegend feinkörniger Kalksteinboden, welcher zu drei Vierteln mit Gräsern und Kräutern bedeckt ist. Von den Samen dieser Pflanzen ernähren sich die Rennmäuse überwiegend.

Ihr Revier markieren sie mittels einer großen Duftdrüse am Bauch. Fressfeinde sind vor allem Marder und Eulen.

3. Sozialverhalten und Lebensweise

Ihre Bauten graben sich die Nager in den Steppenboden: lange Röhren von drei bis etwa vier Zentimeter Durchmesser, kombiniert mit unterschiedlich geräumigen Höhlen. Die Erdbaue haben einen Durchmesser von ca. drei Metern und reichen etwa bis zu einem Meter Tiefe hinab. Oftmals finden sie sich im dichten Wurzelwerk von Erbsensträuchern.

Drei Bautypen wurden von Forschern ermittelt:

1) Fluchtbau:
Ist eine gut ein Meter lange Röhre mit zwei Eingängen. Er wird als zeitweiliger oder Fluchtbau.

2) Sommerbau:
Einen weiteren Typ stellt der so genannte Sommerbau da. Er ist ein Röhrensystem mit etwa fünf bis zehn Eingängen und einer Nistkammer.

3) Winterbau:
Er hat leicht doppelt so viele Eingänge, ist verzweigter und weis zudem einige Vorratskammern für Samen von Kräutern und Gräsern auf.

In ihrem Revierverhalten leben die Rennmäuse in Familienverbänden unter der Dominanz eines ranghöchsten Pärchens mit seinen Nachkommen aus ein bis zwei Würfen. Darin vermehrt sich normerweise nur dieses Leitpaar. Ein Familienverband besteht aus Eltern und dessen Jungtieren. Die Tiere untereinander erkennen sich an ihrer Nase, indem sie dessen Geruch wahrnehmen. Rennmäuse tauschen spezielle Sekrete mit ihrem Speichel aus, wenn sie sich gegenseitig das Fell pflegen. Dies dient dann als Erkennungsduft.

Hat eine Rennmaus nur zwei bis drei Tage keinen Kontakt mit einem Familientier mehr, bekommt es keine „Dufterneuerung“ mehr, und wird nicht mehr als Familienmitglied erkannt und als Fremdling verbissen.

Im Rudel leben die Rennmäuse sehr eng zusammen. In ihrem Nest können sie schon einmal wie durcheinandergewürfelt übereinander liegen. Bei der Aufzucht der Jungen können die älteren Geschwister schon einmal als Ammen mithelfen. Jedoch muss es nicht immer friedlich zugehen.

Mit der Zunahme der Sippengröße steigt auch die Wahrscheinlichkeit von Rangstreitigkeiten. Diese können von den Leittieren, aber auch von den nachkommenden und konkurrierenden Jungtieren ausgelöst werden. Durch diese Streitigkeiten teilen sich oft die Familienverbände und es werden neue gegründet.