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Wissen aus Fauna – Meerschweinchen

Das Meerschweinchen gehört zur Familie aus der Ordnung der Nagetiere. Diese setzten sich aus drei unterschiedlichen Unterfamilien zusammen: den Eigentlichen Meerschweinchen mit dem in Mitteleuropa bekannten Hausmeerschweinchen, den Pampashasen und den Hydrochoerinae, zu denen mit demWasserschein das größte lebende Nagetier der Welt zählt.

1. Allgemeines
2. Das Hausmeerschweinchen
3. Aussehen
4. Verhalten

1.Allgemeines

Das Verbreitungsgebiet von Meerschweinchen umfasst weite Teile Südamerikas.Dort leben sie in unterschiedlichsten Habitaten: von flachen Grasländern bis in Gebirgsregionen von über 4000 Metern Höhe. Diese Tiere erreichen je nach Art eine Kopf-Rumpf-Länge von 20 bis 130 Zentimetern und ein Gewicht von 0,1 bis 80 Kilogramm.

Meerschweinchen sind in der Regel tagaktiv und halten keinen Winterschlaf. Selbstgegrabene oder von anderen Tieren übernommene Baue dienen ihnen als Unterschlupf. Es sind in der Regel soziale Tiere, die in Paaren oder Gruppen mit einem Männchen, einigen Weibchen und den Jungtieren zusammenleben.

Meerschweinchen sind Pflanzenfresser, die je nach Art und Lebensraum unterschiedlichste Pflanzenteile zu sich nehmen, zum Beispiel Früchte, Gräser oder Samen. Da sie zu den wenigen Wirbeltieren gehören, die das wichtige Vitamin C nicht selbst produzieren können, müssen sie es mit der Nahrung aufnehmen.

2. Das Hausmeerschweinchen

2.1 Geschichte und Herkunft

Das Meerschweinchen wurde um 5000 bis 2000 v. Chr. inSüdamerika domestiziert. Im 16. Jahrhundert wurden Hausmeerschweinchen nach Europa und Nordamerika exportiert. Von diesen stammen somit alle dortigen Meerschweinchen ab. Jedoch existieren weiterhin unabhängige, ältere Linien in Südamerika.

Bei Wildmeerschweinchen sind Männchen untereinander bei eingeschränkten Platzverhältnissen in Gefangenschaft absolut unverträglich. Nur bei dem entsprechend großen Platzangebot in freier Wildbahn ist dies möglich.

Hausmeerschweinchen dagegen werden traditionell in gemischten Gruppen mit mehreren Männchen und mehreren Weibchen gehalten. Aufgrund der gemeinsamen Haltung mehrerer Männchen auf “wenig” Platz sind diese untereinander verträglicher geworden. Reine Männchengruppen sind bei Hausmeerschweinchen durchaus möglich. Es hat sich gezeigt, dass junge Männchen adäquate Verhalten gegenüber ihren Geschlechtsgenossen von anderen männlichen Gruppenmitgliedern lernen.

3. Aussehen

Ausgewachsene Tiere wiegen zwischen 600 und 1300 Gramm (Männchen) beziehungsweise 500 bis 1200 Gramm (Weibchen). Nach etwa einem Jahr ist das Wachstum abgeschlossen.

Der Körper des Meerschweinchens ist gedrungen mit einem runden Kopf und kleinen Ohren und kurzen Füßen. Trotz seines kräftig wirkenden Körpers sind Meerschweinchen eigentlich zart gebaut.

Das Gebiss der Meerschweinchen besitzt insgesamt 20 Zähne, davon sind vier Schneide- und 16 Backenzähne. Die Zähne besitzen offene Wurzeln, so dass sie zeitlebens wachsen und durch Nagen abgenützt werden müssen. Meerschweinchen sind reine Pflanzenfresser und besitzen deshalb einen großen Verdauungsapparat, welcher etwa ein Viertel der Körpermasse ausmacht.

Kurzhaarrassen:

  • Das Glatthaarmeerschweinchen hat kurzes (ca. 3 cm), glattes Fell und ist sicher die häufigste Rasse.
  • Das Rosettenmeerschweinchen zeigt überall am Körper Wirbel, die die kurzen Haare abstehen lassen. Der Rassestandard schreibt mindestens acht symmetrisch angeordnete Wirbel an bestimmten Körperstellen vor.
  • Das American oder English Crested besitzt kurzes, glattes Fell und eine Krone auf dem Kopf, wobei diese bei American Cresteds immer weiß ist.
  • Das Ridgeback ist ein Glatthaar-Meerschweinchen, bei dem die Rückenhaare gegen den Strich wachsen. Sie werden nach Selektion aus Rosetten- und Glatthaar-Meerschweinchen gezüchtet.
  • Das Holländermeerschweinchen ist ein Kurzhaar-Meerschweinchen, bei dem das Fell zweifarbig ist. Der Hals und die vordere Rumpfhälfte („Sattel“) sowie die mittlere Kopfregion sind weiß.
  • Der Rex ist eine Meerschweinchenrasse mit drahtigem, rauhem, aufrecht stehendem kurzen Fell. Eine sehr ähnliche Rasse ist das Teddymeerschweinchen.
  • Der US-Teddy ist eine Meerschweinchenrasse mit ähnlicher Fellstruktur wie der Rex, jedoch sind die Haare feiner gewellt (am besten unterscheidet man beide Rassen an der Bauchbehaarung.)
  • Der CH-Teddy ist eine eigene Mutation mit etwa sechs Zentimeter langem, vom Körper abstehenden Fell. Eine Krone wird toleriert, Körperwirbel jedoch nicht. Der US-Teddy, der CH-Teddy und der Rex sind genetisch nicht miteinander verwandt. Verpaart man sie untereinander, würde man Glatthaarmeerschweinchen erhalten.
  • Das Curly ist ein Lunkarya mit kurzem Fell
  • Das Somali ist ein Rex mit Wirbeln, die an ein Rosettenmeerschweinchen erinnern
  • Der Rex Crested ist ein Rex mit einer Krone bzw. einer Stirnrosette. die Krone sollte sich im Zentrum befinden und ausgeprägt sein.

Langhaarrassen:

  • Das Angora ist ein langhaariges Rosettenmeerschweinchen. Die Rasse ist noch nicht offiziell anerkannt, jedoch auf dem Weg dazu.
  • Ein Peruaner ist ein Meerschweinchen mit langem, glatten Fell, zwei Wirbeln auf dem Hinterteil und einer auf dem Kopf. Ebenfalls sehr typisch für diese Rasse ist der Mittelscheitel. Seine Haare können bis zu 50 Zentimeter lang werden, deshalb wird empfohlen, das Fell der Tiere auf Bodenlänge zu stutzen, um die Pflege zu erleichtern und ein Verschmutzen des Fells zu verhindern.
  • Das Sheltie ist ein Meerschweinchen mit langem, glatten Fell.
  • Das Coronet ist ein Meerschweinchen mit langem, glatten Fell wie bei einem Sheltie und einer Krone auf dem Kopf.
  • Das Alpaka ist ein gerexter Peruaner.
  • Der Texel ist ein gerextes Sheltie.
  • Das Merino ist ein je nach dem wie man es betrachtet ein gerextes Coronet oder ein Texel mit einer Krone auf dem Kopf.
  • Das Mohair ist ein Angora mit langem, (zapfen-)lockigen Fell.
  • Das Sheba Mini Yak ist eine australische Rasse. Sie entstanden aus australischen Shelties und Rosetten-Meerschweinchen. Die Haare sind eher harsch und nur halblang.
  • Das Lunkarya stammt aus Schweden und hat harsche, abstehende lange Locken, die dominant vererbt werden (im Gegensatz zu den anderen Lockentieren, bei denen die Lockung rezessiv ist)

4. Verhalten

Beim Hausmeerschweinchen wechseln sich Aktivitäts- und Ruhephasen mehrfach ab. Das gilt nicht nur für den Tag, sondern auch für die Nacht. Rund um die Uhr nehmen Hausmeerschweinchen 60 bis 80 kleine Mahlzeiten zu sich. Daher ist es sehr wichtig, dass den Tieren rund um die Uhr zumindest Wasser und Heu zur Verfügung stehen.

Zur Entspannung gehört Dösen, bei der die Meerschweinchen mit dem Kopf auf dem Boden und mit lang ausgestreckten Körper herumliegen. Auch seitliches Liegen kommt vor. Haben die Meerschweinchen die Möglichkeit zum Sonnen, sieht man sie oft auch entspannt in der Sonne dösen, solange es nicht zu warm dafür ist. Schlafen und Dösen wird sehr oft mit Strecken des Körpers und der Vorderbeine und Gähnen beendet.

Normalerweise haben Meerschweinchen ihre festen Futterstellen, zu denen sie nicht weit zu laufen brauchen. Sie laufen also nur aus ihren Hütten, fressen und ziehen sich wieder zurück.  Nur in sehr großen, naturnah gestalteten Außengehegen können alle Verhaltensweisen zur Futtersuche beobachtet werden, die noch von der Wildform erhalten geblieben sind. So legen auch Hausmeerschweinchen regelrechte Trampelpfade zu ihren bevorzugten Futterplätzen an.

Den Kontakt halten Meerschweinchen mit leisen Peillauten. Mit diesem Quieken werden Ortswechsel mitgeteilt oder auch gegenüber dem Halter eingesetzt, um nach Futter zu betteln oder ihr zu begrüßen.

Meerschweinchen sind Pflanzenfresser, die kein tierisches Eiweiß benötigen. Frisches, sauberes und staubfreies Heu oder Gras ist die Basis ihrer Ernährung, das sie ebenso wie Wasser unregelmäßig über den Tag verteilt zu sich nehmen. Die Tiere brauchen täglich mindestens zehn Prozent des eigenen Körpergewichts Frischfutter.

Futterpflanzen des Meerschweinchens sind:

  • Heu, Gras, Löwenzahn, Gänseblümchen, Schafgarbe, Ringelblume, Echte Kamille, Malve, Melisse, Giersch, Wegerich, Sonnenblume,Huflattich, Blätter von Mais, Erdbeere, Himbeere
  • Gemüse wie Möhren, Gurke, Rote Bete, Sellerie mit Grün, Topinambur, Fenchel,
  • Holz von Weidenzweigen, Hasel, Pappel, Birke und Obstbäumen, Buche, zum Abnutzen der Zähne
  • in geringen Mengen Petersilie, Paprika, Tomaten, Salat, Klee, Obst wie Äpfel, Beeren, Weintraubenund Bananen

Wenn die Tiere zu schnell an Frischfutter, insbesondere Gras im Frühling, bzw. neue Futtersorten gewöhnt werden, können sie Verdauungsprobleme bekommen. Die Zähne werden durch ständiges Nagen, abgeschliffen.