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Wissen aus Fauna – Zwergkaninchen

Das Zwergkaninchen (Brachylagus idahoensis) ist eine Säugetierart aus der Familie der Hasen (Leporidae).

1. Geschichte
2. Merkmale
3. Ernährung

1. Geschichte

Hasen und Kaninchen werden von Menschen schon seit der Römerzeit gehalten. Dort dienten sie allerdings nur als Nahrungsquelle. Sie wurden in so genannten Leporarien gehalten. Das waren mit Mauern umgebene Gehege, in denen sich die Tiere fortpflanzten. Zu Anfang wurden ausschließlich nur Hasen von den Römern gehalten. Um das Jahr 300 brachten sie von den Küsten Spaniens auch Kaninchen nach Italien.

Ein Problem war jedoch, dass die Kaninchen als gute Gräber sich gerne unter den Mauern durchgrabten. Um dies zu verhindern, mussten die Mauern tief in die Erde versengt werden oder die Leporarien mussten auf einer Insel oder einem Fluss gelegen sein. Trotz dieses Nachteils nahm die Haltung von Wildkaninchen zu.

Zum einen harmonierten Hasen und Kaninchen nicht gut miteinander, zum anderen brachten sie pro Wurf mehr Tiere zur Welt. Von Italien aus verbreitete sich das Kaninchen dann auch nördlich der Alpen, wo sie ebenfalls zum Verzehr gehalten wurden. Frei lebende Wildkaninchen galten anfangs als begehrtes Jagdwild, besonders für Adlige. Bauern und Bürgern war die Jagd anfangs sogar bei hohen Strafen verboten.

Im MIttelalter waren es vor allem Mönche in französischen Klöstern, die sich mit der Haltung und Vermehrung von Wildkaninchen beschäftigten. Dort wurden Kaninchen auch erstmals in Käfigen gehalten. In Deutschland und England gab es Anfang des Mittelalters keine Kaninchen. Die erste Quelle stammt aus dem Jahr 1149. Damals bat Abt Willibald des Benediktinerklosters Corvey im Weserland den Abt Gerald des Klosters St. Peter zu Solignac im französischen Bistum Berry um zwei Paar Kaninchen.

Ein damals sehr wertvolles und begehrtes Geschenk. Bei den Mönchen waren die Tiere sehr beliebt. Wohl auch dadurch, dass es den Mönchen gelang, beim damaligen Papst die Zustimmung zu erhalten, Kaninchen auch als Fastenspeise verzehren zu dürfen, da es sich ja um keinen richtigen warmblütigen Tiere handele.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden viele Kaninchenrassen gezüchtet. Denn als Woll- und Fleischlieferant waren die Tiere nur in Notzeiten, also während der beiden Weltkriege und in den Hungerzeiten danach, von Interesse. Dazwischen wurden die Tiere neben der wirtschaftlichen Nutzung auch von Liebhabern aus Freude am Tier gezüchtet.

2. Merkmale

Das Gewicht liegt  zwischen 0,7 und 1,5 kg. Die Körperform ist gedrungen und vorne und hinten gleichmäßig breit. Der Kopf ist im Verhältnis zum Körper groß wie die Augen welche auch groß sind und hervortreten. Ferner werden Fell, Farbe und Zeichnungsarten berücksichtigt. Je nachdem werden die Tiere in verschiedene Rassen eingeteilt.

Kaninchen verständigen sich untereinander durch Duftstoffe, Laute und visuell durch Körpersprache. Im Unterschied zum Menschen verfügen Kaninchen nicht über drei, sondern nur über zwei unterschiedliche Typen von Lichtsinneszellen für die Farberkennung. Sie sind also „rotgrünblind“, genauer, sie nehmen rot und grün nicht als unterschiedliche Farben wahr. Außerdem sind sie, wie viele Fluchttiere, weitsichtig.

3. Ernährung

Kaninchen sind Pflanzenfresser (Herbivore) und werden unter diesen zu den Blattfressern (Folivore) gezählt. Die Nahrung besteht überwiegend aus den blättrigen Bestandteilen grüner Landpflanzen wie Gräsern und Kräutern. Dieser Anteil beträgt etwa 3/5 der Nahrung und kann bis zu 50 % aus Pflanzen bestehen. Besonders im Winter wird dieser durch Knospen, Triebspitzen, Rinden und Wurzeln ergänzt. Bekannt ist das Kaninchen auch als Kulturfolger durch Schäden, die es an Pflanzen wie Weinreben, Getreide, Luzerne und Bohnen verursacht.

Der überwiegende Teil der natürlichen Nahrung ist durch einen hohen Wasseranteil von 70–90 %, einen Rohfasergehalt von ca. 2–6 % sowie einem Rohproteingehalt (Eiweiß) von etwa 1–5 % gekennzeichnet und ist leicht verdaulich. Die Futteraufnahme wird durch den Geschmack und den Bedarf bestimmt und ist an den Energiebedarf angepasst. Grob strukturierte und weniger wertvolle Nahrungsbestandteile passieren den Verdauungstrakt sehr schnell und werden bereits nach ca. 4–6 Stunden wieder ausgeschieden, 80 % der Nahrung innerhalb von etwa 5 Tagen, die letzten Nahrungsbestandteile nach 10 Tagen.

Bis zu einem Gewicht von etwa 2,5 kg können Kaninchen problemlos artgerecht ernährt werden, für größere Rassen muss eine Ergänzung des Futters erfolgen, da im Vergleich zum Wildkaninchen das, auf das Körpergewicht bezogene, Fassungsvermögen der Verdauungsorgane geringer ist.