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Wissen aus Flora – Aegagropila linnaei

Die Algenart Aegagropila linnaei ist eine beliebte Aquarienpflanze. Als Aquarienpflanze ist sie unter „Mooskugel“ oder „Algenkugel“ bekannt.

1. Aussehen
2. Verbreitung und Lebensform
3. Haltung

1. Aussehen

In der Aquaristik ist Aegagropila linnaei nicht nur wegen der dekorativen Optik beliebt. Die anspruchslose, robuste Grünalge bildet bei guter Beleuchtung viel Sauerstoff und ist eine Sammelstelle für Mulm, in dem sich nützliche Bakterien und Mikronährstoffe befinden. Garnelen und junge Fische grasen die Mooskugeln gerne nach Nahrung ab, junge Garnelen finden hier ausgezeichnete Versteckmöglichkeiten.

Aegagropila linnaei 2Eine mit Mulm durchsetzte Kugel eignet sich auch gut für neu eingerichtete Becken. Werden die Ablagerungen zu viel, kann die Kugel heraus genommen und ausgespült werden. Dies sollte vorzugsweise in Aquarienwasser geschehen, welches beispielsweise zwecks Teilwasserwechsel dem Aquarium entnommen wurde, um die Mikroorganismen zu erhalten.

Die Mooskugeln sind ringsum grün, so dass die Photosynthese unabhängig von der Lage der Bälle abläuft. Im Inneren ist der Ball ebenfalls grün und mit Chloroplasten im Ruhestadium versehen, die innerhalb von Stunden aktiv werden, wenn der Ball auseinanderbricht.

Es gibt drei Wuchsformen dieser Algenart:

  • Die epilithische Wuchsform bedeckt schichtförmig die Schattenseite von Felsen.
  • Die Wuchsform frei flutende Fäden bildet kleine Büschel unverbundener Fäden, die oft einen Teppich auf dem schlammigen Seegrund bilden.
  • Die Ballform, bei der die Algen in Kugeln von erheblicher Größe verwachsen. Strahlenförmig ausgehend vom Zentrum wachsen die Algenfäden nach außen, dicht gepackt zu Bällen heran. Sie haben jedoch kein Zentrum irgendeiner Art sondern sind im Inneren ebenfalls mit demselben Pflanzmaterial gefüllt, das sich auch an der Oberfläche befindet.

2. Verbreitungsgebiet und Lebensraum

Es handelt sich dabei um eine Art fadenförmige Grünalge, die in einer Anzahl Seen der nördlichen Halbkugel heimisch sind. Dieser Name bezieht sich jedoch nur auf eine, eher seltene Wuchsform, bei der die Algenfäden sich zu großen, grünen Kugeln mit samtiger Oberfläche verweben. Natürliche Vorkommen solcher kugelförmigen Kolonien sind nur aus Island, der Ukraine, Japan (Hokkaidō) und Estland bekannt.

Die Mooskugeln wurden erstmals um 1820 durch Anton Sauter im Irrsee in Österreich nachgewiesen.

3. Haltung

Die Wachstumsrate der Algenkugel hängt von Licht- und Nährstoffversorgung ab, im Mittel beträgt sie etwa 5 mm pro Jahr. Im Akansee werden sie besonders groß, bis zu 20–30 cm. Es gibt dort dichte Kolonien von etwa 12 cm großen Kugeln, die gut abgegrenzte Flecken auf dem Seegrund in Tiefen von 2 bis 2½ m bilden.
Bei Sonneneinstrahlung kommt es außerdem zu einer verstärkten Photosynthese und Bildung von Sauerstoffbläschen, so dass die Algenkissen zumindest im Aquarium vom Gewässergrund in Richtung Wasseroberfläche aufsteigen. Mit Einbruch der Dämmerung sinken sie wieder langsam auf den Bodengrund herab. Frei im Wasser schwebende Bälle lassen sich durch Einbringen kleiner Auftriebskörper aus Plastik herstellen, wobei die Kugeln je nach Tageszeit an der Oberfläche und am Grund gehalten werden können.

Aegagropila linnaei 1Generell gedeihen die Mooskugeln in Kaltwasseraquarien durchaus über mehrere Jahre. Ihr Wachstum ist dabei sehr langsam und beträgt pro Jahr nur wenige Millimeter.
Besondere Anforderungen an die Beleuchtung stellen Mooskugeln nicht. Vorteilhaft ist jedoch, wenn sie gelegentlich gewendet werden oder wenn sie frei auf dem Grund rollen können. Empfindlich reagieren sie auf die Ablagerung von Mulch und Detritus. Einige Aquarianer spülen die Algenkissen vierzehntäglich in warmen Wasser vorsichtig aus. Gleichfalls empfindlich reagieren sie auf einen Befall durch Blaualgen. pH-Werte zwischen 7 und 7,5 scheinen ihnen am besten zu bekommen.